7. Januar 2019

Die eine Nacht im Hotel in Alice Springs war ideal, um die dreckigen Klamotten zu waschen und uns ein wenig von der Tour zu erholen. Wir würden dieses Hotel mit tollem Preis-Leistungsverhältnis jederzeit weiterempfehlen. Um 07:55 Uhr holte uns der Airport Shuttle direkt vor unserer Unterkunft ab. Nachdem wir weitere Reisende bei den umliegenden Unterkünften aufgeladen hatten, trafen wir gegen 08:30 Uhr am Flughafen in Alice Springs ein. Das Einchecken verlief sehr schnell und so waren wir auch bereits durch die Sicherheitskontrolle. Hier durfte man sogar Wasser mit in den Flieger nehmen. Pünktlich um 09:40 Uhr flog der Flieger der Virgin Airline los in Richtung Adelaide, wo er um 11:20 Uhr landete. Der Flieger war bei weitem nicht ausgebucht, so konnten wir beide am Fenster sitzen. Als wir in Adelaide ankamen, war das Wetter bewölkt und es herrschten „kühle“ 25 Grad. Wir müssen uns zuerst wieder an die 15 Grad kühleren Temperaturen gewöhnen. Wir konnten mit unseren Rollkoffern (die beide sagenhafte 24 Kilo wogen) bis zur Autovermietung „Britz“ laufen, wo wir unser Wohnmobil für die nächsten neun Tage entgegen nahmen. Nach dem Instruktionsvideo richteten wir uns ein und begaben uns zur nächsten Einkaufsmöglichkeit. Da das Outlet „Harbour Town“ in der Nähe liegt, suchten wir dies auf, um uns mit Nahrungsmitteln und den wichtigsten Dingen zum Campieren einzudecken. Unser Ziel für die nächsten Tage ist Kangaroo Island, so fuhren wir nach dem Mittagessen los in Richtung Cape Jervis, wo die Fähre auf die Insel fährt. Auf dieser Strecke begegneten wir bereits zahlreichen Kängurus, die auf den Wiesen am Waldrand Nahrung suchten. Wir waren leider etwas spät, so hatte das Informationsbüro der Fähre nicht mehr offen. Wir versuchen Morgen in der früh nochmals unser Glück, denn die Fähre scheint ziemlich ausgebucht zu sein. Wir fuhren zum nächstgelegen Campingplatz „Rapid Bay“, wo wir direkt am Meer übernachteten. Für eine Nacht für zwei Personen inkl. Camper und Duschmöglichkeiten zahlten wir lediglich 18 AUD. Leider gab es hier jedoch keinen Stromanschluss, weshalb wir für morgen dringen einen Campground mit Elektrizität aufsuchen müssen. Wir kochten Teigwaren mit Tomatensauce, dazu gab es einen bunten Blattsalat und zum Dessert ein Tiramisu. Nach dem Abwasch planten wir die nächsten drei Tage. Dies war jedoch schwieriger als gedacht, da wir nicht sicher sind, ob dies mit den Kangaroo Island wirklich klappen wird. Wir hoffen es sehr!


8. Januar 2019

Um einer der wenigen Plätze auf der Sealink Fähre nach Kangaroo Island zu erhalten, fuhren wir früh los. Einige Minuten vor Türöffnung waren wir bereits beim Informationscenter der Fähre. Wir erkundeten uns, welches die nächste Möglichkeit war, um auf die Insel zu gelangen. Da wir leider nicht vorreserviert hatten, mussten wir auf die Stand-by-Linie und hoffen, dass wir auf einer der Fähren einen Platz finden. Mit einem kleinen Frühstück in unserem Camper überbrückten wir die Zeit. Und das Warten hatte sich gelohnt, denn wir wurden auf die 10 Uhr Fähre gelassen. Bei der 16km langen Überfahrt nach Penneshaw sahen wir sogar Delfine, nicht weit von der Fähre entfernt. Auf der Insel angekommen fuhren wir gleich weiter Richtung Westen. Um ein kleines Brot für das Mittagessen einzukaufen, hielten wir an einem der wenigen Lebensmittel Shops. Stolze 7 Dollar kostete dieses Luxus-Brot. Nur ca. 3 Kilometer weiter, liegt der Kangaroo Island Wildlife Park. Gemäss Informationsbroschüre sollte es hier möglich sein Koalas selbst im Arm zu halten. Da dies sowieso noch auf unserer To Do Liste für Australien stand, machten wir einen Halt. Traurig, wie die Tiere hier eingesperrt sind. Die Gehege sind teilweise so klein, dass sie sich kaum alle unter einem Schattenplätzchen aufhalten können. Uns taten sie richtig leid. Da die Tiere nicht wirklich artgerecht behandelt werden, gefiel uns der Park nicht. Allerdings muss man sagen, dass man gegenüber den anderen Zoo’s oder Wildlife Parks viel näher an den Tieren ist. Beim Eingang erhält man sogar ein Beutel Spezialfutter für die Kängurus und Wallabys. Wir hatten deshalb trotzdem sehr viel Spass mit diesen niedlichen Tieren, welche durch das Füttern sehr zutraulich wurden. Sie rissen uns das Futtersäckli wortwörtlich aus der Hand. Aber aufgepasst, wenn man ihnen das Futter nicht geben will, können sie auch ganz schön aggressiv werden. Besonders herzig war die Wallaby-Mutter die ihr kleines im Beutel mit sich trug. Nun war es aber an der Zeit, um zu den Koalas zu gehen. Kurz nach 14:00 Uhr durften wir den zutraulichen Koala Namens „Blue“ halten und einige Fotos mit ihm machen. Glücklicherweise hatten sich nur wenige Leute für diese Session eingeschrieben, weshalb wir uns sehr viel Zeit nehmen konnten. Es entstanden wirklich tolle Fotos von diesem einmaligen Erlebnis. Jetzt hatten wir aber genug von den eingesperrten Tieren. Wir hatten von einem Camping-Platz westlich der Insel gelesen, der sehr gut sein sollte und sogar einen kleinen Rundweg besitzt in dem man sich auf die Suche nach den wilden Koalas machen kann. Das ist genau das Richtige für uns! Gesagt getan, um 16:15 Uhr checkten wir beim „Western KI Caravan Park“ ein. Wir bekommen einen Platz für 35 Dollar pro Nacht, inklusive Strom. Nach einem kurzen Regenschauer, liessen sich die ersten Kängurus blicken. Da wir noch Zeit hatten, begaben wir uns auf den 20-minütigen Koala-Wildlife-Walk. Wir haben zwei wilde Koalas hoch oben in den Eukalyptus Bäumen entdeckt, aber auch die vielen äusserst aktiven Wallabys, die nach Futter suchten, gefielen uns sehr. Zum Abendessen machten wir ein gemütliches Barbecue unter den Eukalyptusbäumen. Gegenüber dem letzten Campingplatz gab es hier, wie auf den europäischen Campingplätzen üblich, eine Abwaschstelle. Nachdem wir unser dreckiges Geschirr abgewaschen hatten, schrieben wir den Reisebericht fertig und suchten einen Campingplatz für morgen.



9. Januar 2019

Die erste Nacht auf Kangaroo Island hat uns sehr gefallen. Nirgendwo sonst in Australien trifft man auf eine solche Konzentration an einheimischen Tieren wie Kängurus, Koalas, Schnabeltiere und Seelöwen. So sahen wir frühmorgens in unmittelbarer Nähe unseres Wohnmobils die ersten Koalas. Eine der bekanntesten Attraktionen auf dieser Insel ist der Fliders-Chase Nationalpark. Aufgrund der angenehmen Temperatur wollten wir gerne eine Wanderung unternehmen. Im Tourismusbüro, wo wir das Park-Ticket lösten, gab es einen kurzen Rundweg durch die Bäume. Wenn man gut hinschaute, sah man zahlreiche Koalas in den Astgabeln sitzen. Sie waren jedoch mehrheitlich am Schlafen. Wenn wir mehr Zeit und das nötige Equipment mit dabei hätten, würden wir die 5-Tageswanderung machen, welche quer durch den Park führt. Da wir jedoch das Parkticket nur für einen Tag gelöst hatten, fuhren wir weiter, bis ans Ende der Insel zum Cape de Couendic. Hier befindet sich neben einem Leuchtturm auch das berühmte Admirals Arch. Ein Holzsteg führt im Zickzack und über einige Treppenstufen hinunter ans Meer. Hier auf den wellenumtosten Felsen haben sich „New Zealand Fur Seals“ (Neuseeländische Pelzrobben) niedergelassen. Aufgrund der Jahreszeit hatten wir Glück. Die Jungtiere wurden erst vor wenigen Tagen geboren. Am Ende des Stegs gelangt man zum berühmten Felsbogen dem Admirals Arch. Ein sehr beeindruckender und sehenswerten Ort. Kein Wunder strömen alle Touristen dorthin. Das berühmteste Wahrzeichen der Insel sind allerdings die Remarkable Rocks, die nur wenige Fahrminuten entfernt liegen. Was für ein beliebtes Fotosujet! Auch hier sind viele Touristen, die auf den Felsen herumkletterten. So war es nicht gerade einfach ein menschenleeres Foto hinzubekommen. Da wir in der näheren Umgebung, ausser einer kleinen Tropfsteinhöhle, keine weiteren Highlights mehr auffinden konnten, machten wir uns etwas früher als gedacht auf den Weg zurück zum Campingplatz. Weil es uns hier sehr gefallen hatte, übernachten wir nochmals am gleichen Ort und besuchten noch den zweiten Rundweg, welcher dieser Campingplatz zu bieten hat, den „Lagoon-Walk“. Neben einer schönen Lagune sahen wir erneut zahlreiche Kängurus, Wallabys und viele bunte Vögel. Einfach nur fantastisch diese Insel. Es ist ist ein reines Tier- und Naturparadies! 


10. Januar 2019

Ein lautes Gebrüll weckte uns inmitten der Nacht. Wir schauten aus dem Fenster und glaubten es kaum. Zwei Koalas unterhielten sich lautstark auf dem Baum direkt neben unserem Stellplatz. Bereits nach kurzer Zeit hatten sie jedoch genug und spazierten über den Campingplatz zurück in den Wald. Danach verlief die Nacht sehr ruhig. Bevor wir am Morgen losfuhren, füllten wir unseren Wassertank des Wohnmobils und entleerten das Abwasser. Heute geht es wieder zurück nach Penneshaw, wo wir am Nachmittag auf eine der Fähren wollten. Unterwegs kamen wir noch am Seal Bay vorbei. Für 16 Dollar kann man hier einen Parkeintritt lösen, um die Seelöwen zu beobachten. Seal Bay ist die Heimat der drittgrössten Kolonie Australischer Seelöwen. Die Seelöwen, die zu dieser Kolonie gehören sind wilde Tiere. Viele von ihnen waren tagelang im Meer auf der Jagd nach Nahrung und sind zum Ausruhen an den Strand zurückgekehrt. Sie sonnten sich in der Mittagssonne. Wir nahmen uns Zeit um die Tiere zu beobachten und kehrten nach rund einer Stunde zu unserem Wohnmobil zurück. Bereits am frühen Nachmittag waren wir wieder am Fährhafen, wo wir auf der Stand-by-Linie mal wieder auf einen Platz hofften. Wir nutzten die Wartezeit, um die Berichte der letzten drei Tage zu verfassen und auf dem Reiseblog hochzustellen. Leider hatten wir auf dieser Insel kein WLAN, ausser beim Hafen. Nach gut zwei Stunden hatten wir Glück! Wir wurden als letztes Fahrzeuge gerade noch auf die Fähre gelassen. Es war eine Millimeter Arbeit und jeder Zentimeter wurde ausgenutzt. So mussten auch die Passagiere über die Fussgängerbrücke einsteigen. Um ca. 5 Uhr erreichten wir das Festland, wo wir gleich zur nächst grösseren Ortschaft fuhren, um zu tanken und in einem Supermarkt einzukaufen. Dieser liegt allerdings 45 Minuten vom Fährhafen entfernt. So mussten wir auch gleich nach dem Einkaufen einen nahegelegenen Campingplatz aufsuchen, da wir nach Sonnenuntergang nicht mehr fahren wollten. Dies wird zum Schutz der Wildtiere an vielen Orten in Australien den Autofahrern empfohlen. Leider halten sich einige nicht daran und so sieht man relativ oft tote Kängurus und andere Wildtiere am Strassenrand liegen. Wir hatten es noch rechtzeitig geschafft und erreichten kurz vor 8 Uhr den „Hindmarsh Island Caravan Park“. Für lediglich 20 Dollar können wir hier auf diesem schönen und familienfreundlichen Campingplatz unser Wohnmobil abstellen. Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen und planten unsere Weiterreise in Richtung Melbourne.


11. Januar 2019

Die Nacht war deutlich wärmer als auf Kangaroo Island. Das Thermometer zeigte heute früh bereits Temperaturen von über 20 Grad an. Weil wir gestern Abend spät ankamen, als die Rezeption bereits geschlossen hatte, mussten wir heute Morgen noch vorbei um zu bezahlen. Heute müssen wir eine längere Route bewältigen, denn die Region in der wir uns zur Zeit befinden, ist vor allem für den Weinbau bekannt. Wir fuhren beispielsweise an den unzähligen Rebstöcken von Langhorne Creek vorbei, eine der am schnellsten wachsenden Weinbauregionen des Landes. Da wir beide aber nur sehr selten Wein trinken, machten wir keinen Zwischenhalt in einer der Boutiquen. Allen Weinliebhabern ist diese Gegend jedoch wärmstens zu empfehlen. Nach zwei Stunden Fahrt, erinnerte uns das Navi eine Pause einzulegen. Da sowieso gleich Mittag war, entschieden wir bei der nächst grösseren Ortschaft anzuhalten. Wir staunten nicht schlecht, als ein 17 Meter grosser Hummer uns am Stadteingang von Kingston SE begrüsste. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und ein sehr beliebtes Fotosujet bei Durchreisenden. Auch er zählte, wie unter anderem die „Big Banana“ zu den „Australia Big Things“. Eine sehr willkommene Aufheiterung auf unserer langen Reise, die wir heute zu bewältigen hatten. Unser heutiges Ziel war möglichst in die Nähe des Grampians-Nationalparks zu gelangen. Die 520 Kilometer lange Route dorthin war nicht gerade spannend. Wir fuhren lediglich durch eine trockene Gegend auf einer schnurgeraden Strasse. Die Natur erinnerte uns an den Hitzesommer im Jahr 2018 in der Schweiz. Man musste bei dieser monotonen Fahrt auf die Müdigkeit achten. Wir beschlossen deshalb bereits ca. 75 Kilometer vor dem Nationalpark auf einen Campingplatz zu fahren. An einem sehr idyllischen Ort, direkt neben dem Fluss Wimmera liegt der „Horsham Riverside Caravan Park“. Eine Nacht inkl. Strom und WIFI kostete hier 35 AUD. So konnten wir alle Geräte laden sowie die Reiseberichte der letzten Tage online stellen. Nach einem feinen Nachtessen direkt am Fluss, studierten wir die Wanderwege für den Grampians-Nationalpark. Wir freuten uns, die etwas langweilige Strecke hinter uns gebracht zu haben und sind gespannt auf den morgigen hoffentlich etwas abenteuerlicheren Tag im Nationalpark. 


12. Januar 2019

Die Nacht war sehr schwül, so rollten wir uns einige Male im Bett hin und her. Nach einer kurzen Dusche heute früh, fuhren wir gegen 09:00 Uhr los in Richtung Nationalpark. Weil die Route durch den Grampians Nationalpark leider nicht für Wohnmobile geeignet war, mussten wir die Umfahrungsstrasse etwas ausserhalb nehmen. Die Strasse führte an „Sam – The Giant Koala“ vorbei. Ein 14 Meter hoher Koala, welcher 1989 hier neben einer Raststätte erbaut wurde. Er erhielt den Namen „Sam“ aufgrund eines tragischen Waldbrands im Jahr 2009, während dem etliche Koalas, darunter auch ein Koala namens Sam ihr Leben verloren hatten. Im Innern befindet sich ein kleiner Souvenirshop. Nur wenige Kilometer weiter bogen wir in den Grampians Nationalparks ab, welcher über ein grosses Netzwerk an Wanderwegen verfügt. Wir entschieden uns für den „Wonderland Loop“ Rundweg, welcher in Hills Gap startete. Der Weg führte in ein Tal hinein, wo einige Familien das letzte Wasser, des fast ausgetrockneten Flusses für eine Abkühlung suchten. Die Sonne brannte bei heissen 33 Grad hinunter, weshalb der Aufstieg ziemlich anstrengend war. Trotz gutem Sonnenschutz bedauerten wir, dass wir nicht früher losgelaufen waren. An einem schönen Schattenplätzchen zwischen zwei Felsen picknickten wir. Dort stellten wir fest, dass einige der Touristen deutlich weniger Wanderungserfahrung haben. Diese nahmen allerdings den 3 Kilometer kurzen Weg vom Wonderland Carpark bis zur Aussichtsplattform und hatten bereits bei dieser Strecke ihre Mühe. Als Schweizer sind wir uns solche steile Wanderwege gewohnt, so hatten wir keine Probleme auch das letzte Stück bis nach oben zu meistern. Es war ein sehr schöner und gut unterhaltener Wanderweg, der klar gekennzeichnete Wegweiser hatte. Obwohl einige der Touristen nicht richtig wussten, dass dies Wegweiser waren. Besonders schön war der Abschnitt „Silent Street“, bei welchem man durch einen Felsspalt läuft. Bereits nach zwei Stunden erreichten wir die bekannte Aussichtsplatform „The Pinnacle“ des Grampians Nationalpark. Der Abstieg war deutlich einfacher und war schnell zu bewältigen, auch weil auf dieser Strecke kaum mehr Leute anzutreffen waren. Wir waren allerdings froh, dass wir schnell zurück waren, denn uns gingen bei dieser Hitze beinahe die Getränke aus. Lediglich 3.5 anstelle der 5 Stunden hatten wir für die 6.8 Kilometer und 400 Höhenmeter gebraucht. Als Belohnung gönnten wir uns im Dörfchen ein erfrischendes Getränk sowie ein köstliches Eis. Wir beschlossen, noch etwas weiter zu fahren, um morgen in der Früh bei der Great Ocean Road zu sein. In einem kleinen Dörfchen ca. 30 Kilometer vor der Küste haben wir einen kostenlosen Camping Platz gefunden. Mit einem Wohnmobil ist die Selbstversorgung ja sowieso kein Problem. Nebenan befindet sich sogar ein kleines Schwimmbad, bei dem man die WC und Duschanlagen kostenlos benutzen darf. Inmitten der Natur genossen wir unser Abendessen. Bevor wir ins Bett gingen, hörten wir noch Geräusche im Gebüsch neben unserem Wohnwagen. Es waren zwei Kängurus, die uns Gute Nacht sagten. 



13. Januar 2019

Heute geht es weiter auf einer der schönsten Küstenstrassen der Welt, der Great Ocean Road. Bevor wir auf diese berühmte Strasse abbogen, machten wir einen Halt im Tower Hill Reserve. Eine sehr schmale Einbahnstrasse führte uns quer durch den Park, in welchem man zahlreiche Wildtiere beobachten konnte. Bereits nach wenigen Metern sichteten wir die ersten Kängurus im Gebüsch. Die grösste Überraschung war jedoch ein süsser, knuffiger Koala mit seinem Jungen. So nah sahen wir einen Koala in der Wildnis noch nie. Er war wach und blickte auch gerne mal in unsere Kamera, so entstanden einige tolle Fotos von den zwei zutraulichen Kerlen. Ein paar Kilometer weiter bogen wir auf die 300 Kilometer lange Great Ocean Road ab. Wer an allen Aussichtspunkten einen Halt machen möchte, sollte hier mehr als einen Tag einberechnen. Wir stellten dies später ebenfalls fest, als uns sichtlich die Zeit davon lief. Es gibt viele nennenswerte Aussichtspunkte, wie beispielsweise die Bay of Islands, The Grotto, The Arch oder die London Bridge, beinahe alle 300 Meter kam ein Schild zu einem Lookout. Die London Bridge sah allerdings vor 1990 viel spektakulärer aus. Eine der zwei Bogen über das Meer brach kurz vor Sarah’s Geburt zusammen. Glücklicherweise wurde damals niemand verletzt. Zwei Personen welche sich auf der nun freistehenden Insel befanden, mussten per Rettungshelikopter in Sicherheit gebracht werden. Es war bereits halb eins, als wir in der nächsten Ortschaft Port Cambell eintrafen. Am Strand machten wir einen kurzen Mittagsrast. Glücklicherweise hatte es hier ein freies WIFI, so stellten wir gleich den Bericht des gestrigen Tages hoch. Am Nachmittag standen die nächsten Highlights auf dem Programm. Loch Ard Gorge gehört neben den Twelve Apostels zu einem der beliebtesten Zwischenstopps. Die Reisebusse halten hier ebenfalls, weshalb es deutlich mehr Touristen hatte. Er war insbesondere beliebt, da eine Treppe hinunter an den Strand führt. Zahlreiche Touristen genossen die von den Wellen geschützte Bucht um zu schwimmen. Wir verzichteten auf diese Abkühlung, da wir noch einige weitere Zwischenstopps auf unserer Route geplant hatten. Dennoch machten wir eine kleine Runde über den Strand. Von hier unten sah das Meer weniger einladend aus. Die Strände in Sardinien oder auch in Korsika sind deutlich schöner als hier. Nächster Halt, das Visitorcenter der Twelve Apostels. Von hier aus kann man sogar einen 15 minütigen Helikopterrundflug entlang der Great Ocean Road für 145 AUD buchen.  Wir wählten aber die Variante, die uns nichts kostete. Zu Fuss gelangt man zum eindrücklichsten Ort dieser Strasse, einem Aussichtspunkt mit einem fantastischen Weitblick über die Twelve Apostels. Da die Sonne leider direkt hinter den Apostels stand, war es sehr schwierig, sie zu fotografieren. Es war schon spät, weshalb wir unsere Route kurzerhand umstellten und nach dem nächsten Campingplatz Ausschau hielten. Der Vorteil, wir können morgen früh los, um bei besseren Lichtverhältnissen und hoffentlich weniger Touristen, die Twelve Apostels abzulichten. Der Princetown Recreation Reserve Campingplatz liegt lediglich sechs Kilometer vom Visitor center entfernt. Nachdem wir die Bewertungen in unserem Camping App geprüft hatten, beschlossen wir diesen anzusteuern. Glücklicherweise waren wir bereits gegen 18:00 Uhr hier, so erhielten wir einen der letzten freien Plätze, welcher über Strom verfügte. Den heutigen Tag rundeten wir mit einem gemütlichen Barbecue ab. Da wir morgen früh losfahren möchten, gingen wir bereits gegen 22:00 Uhr zu Bett.  



14. Januar 2019

Wir denken nun ungern daran, dass dies der letzte Montag unserer Ferien ist. In einer Woche sitzen wir bereits wieder im Büro. Deshalb lautet das Motto für unsere letzte Woche in der Wärme, Australien nochmals in vollen Zügen geniessen. Der heutige Tag startete mit einem romantischen Sonnenaufgang bei den Twelve Apostels. Die majestätischen Kalksteinsäulen, die aus dem Südlichen Ozean emporragen und einen wichtigen Teil des Port Campbell National Park bilden, waren vor 10-20 Millionen Jahren mit den Klippen des Festlandes verbunden. Die Wellen und der Wind haben Höhlen aus den Klippen gemeisselt. Später entstanden Bögen, die letztendlich zusammenbrachen und bis zu 45 Meter hohe Säulen hinterliessen. Einige der Säulen wurden in den vergangenen Jahren völlig weggespült, sodass heute nur noch acht Säulen übrig sind. Wir genossen die atemberaubende Aussicht und die Ruhe. Um diese Uhrzeit waren noch wenig Leute unterwegs. Teilweise waren wir sogar alleine auf der Aussichtsplattform. Die Sonne stand perfekt um einige tolle Portraits bei den Apostels zu schiessen. Wir fuhren weiter der Great Ocean Road entlang bis zu Castle Corve, wo ein steiler Weg zu einem weiten Sandstrand führte. Wir beobachteten von einem Aussichtspunkt aus zwei Surfer beim Wellenreiten. Sie hatten den ganzen Strand für sich alleine. Aufgrund des schwachen Windes war es jedoch schwierig eine perfekte Welle zu finden. Nach einem kleinen Frühstück in unserem Camper ging unsere Reise auch schon weiter. Ein Wegweiser führte uns spontan zum Cape Otway Leuchtturm. Der im Jahr 1848 erbaute Leuchtturm ist der älteste erhaltene Leuchtturm auf dem australischen Festland und war bis 1994 in Betrieb. Neben dem Leuchtturm kann man ebenfalls eine alte Telegrafenstation besichtigen. Diese verband das Festland über ein 386 km langes Unterwasser-Telegrafenkabel mit Tasmanien, welches allerdings bereits nach 2 Jahren ausfiel. Im Gebäude war anschliessend eine Signalstation untergebracht, die über Signalflaggen mit Schiffen kommunizierte. Dieser historische Ort war sehr eindrücklich und interessant, weshalb wir hier etwas mehr Zeit benötigten. Auf der kurvenreichen Strasse der Küste entlang machten wir aufgrund dessen keinen weiteren Halt mehr. Bis wir Lorne erreichten, ein kleines Dörfchen, welches besonders bei Badegästen beliebt ist. Hier machten wir unsere Mittagspause und beschlossen danach weiter bis nach Geelong zu fahren, da es dort gleich mehrerer schöne Campingplätze haben soll. Kurz nach 3 Uhr erreichten wir die Stadt. Wir hatten allerdings grosses Pech. Einige der schönen Campingplätze waren bereits ausgebucht, die anderen waren extrem teuer oder nicht auffindbar. So bereitete uns die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit einige Schwierigkeiten. Uns blieb nichts anderes übrig als weiter zu fahren und nach einem weiteren passenden Platz Ausschau zu halten. Einer der letzten Campingplätz auf unserer Route Richtung Melbourne war unsere letzte Hoffnung, bevor wir illegal „wild“ campiert hätten. Die Rezeption hatte auch hier bereits geschlossen. Wir riefen bei der Nummer, welche an der Office Tür stand, an. Sie teilte uns mit, dass wir gerne unser Wohnmobil für eine Nacht hier abstellen dürfen. Trotz den miserablen Bewertungen und dem stolzen Preis von 35 AUD  für ein nicht elektrifizierter Standplatz, blieben wir hier. Von hier aus sind es noch knapp 30 Minuten bis nach Melbourne. Weil wir morgen gegen Mittag unser Wohnmobil zurück geben müssen, hiess es heute Abend noch aufräumen, putzen und Koffer packen. Gegen 23:00 Uhr löschten wir ein letztes Mal die Lichter und krochen unter die warme Decke.



15. Januar 2019

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von unserem Wohnmobil. Da wir sehr gerne mit dem Wohnmobil unterwegs sind und abenteuerliche Tage erlebten, fanden wir es äusserst schade, dass die Zeit wie im Flug vorbei ging. Andererseits freuten wir uns auf Australiens Sporthauptstadt – Melbourne. Zurzeit finden die 107. Australian Open in Melbourne statt. Wir hoffen, dass wir noch eines der begehrten Tickets vor Ort kaufen können. Ein Spiel von Roger Federer hautnah mitzuerleben wäre ein grandioses Erlebnis. Das Rod Laver Stadium in dem die Hauptspiele stattfinden ist allerdings sehr schnell ausverkauft. Für unsere letzten vier Nächte in Australien haben wir ein Apartment inmitten der Stadt gebucht. Das Melbourne Short Stay Apartment an der Lonsdale Street ist ein super Ausgangspunkt für „Sightseeing“. Die Ausstattung ist modern und neu, zudem verfügt das Apartment über einen eigenen Balkon sowie Waschmaschine inkl. Tumbler. Leider befindet sich in unmittelbarer Nähe, direkt vor unserem Hotelfenster, eine riesige Baustelle, was etwas schade war. Glücklicherweise hatten wir ein Zimmer im 34. Stock, weshalb wir dennoch auf den Yarra River, das Marvel Stadium und das 120 Meter hohe „Melbourne Star“ Riesenrad sehen. Nachdem wir unsere Wäsche ein letztes Mal gewaschen hatten, begaben wir uns ins nahegelegenen Spencer Outlet. Gegenüber anderen Outlets ist es sehr klein aber dafür gut überschaubar. Da wir morgen Mittwoch jedoch einen Shopping Tag im DFO South Wharf Outlet unternehmen werden, entschieden wir uns weiter durch die Gassen von Melbourne zu flanieren. Das Wetter war sehr wechselhaft und wird gerne auch mit „four seasons in a day“ beschrieben. Starke Wetterschwankungen sind hier nicht unüblich im Sommer. Obwohl es den ganzen Tag bewölkt war, war es ziemlich warm bei rund 30 Grad. Wir erkundeten das Zentrum von Melbourne, weiter durch einen Teil von Chinatown bis zum berühmten Flinders Street Bahnhof. Gegenüber auf dem Federation Square entdeckten wir das erste Public Viewing für die Tennisspiele der Australian Open. Die Stadt ist voll mit tennisbegeisterten Leuten.  Als wir zum Hotel zurück kehrten, um die Wäsche aufzuhängen, war es bereits 19:30 Uhr. Über die Website von Tripadvisor suchten wir ein nahegelegenes Steakhouse auf. Das Rare Steakhouse Downtown war preislich über dem Durchschnitt, die Küche und der Service dafür ausgezeichnet. Gesättigt und zufrieden machten wir einen kleinen Abendspaziergang dem Yarra River entlang bis zum Marvel Stadium und kehrten danach zu unserem Apartment zurück. Wir prüften nochmals die Website des Online-Ticket Shop für die Australian Open, leider gibt es für morgen Mittwoch nur noch ein Ticket. Nun hoffen wir, dass Roger Feder morgen weiter kommt und wir somit ein Ticket für Freitag erkämpfen können. 


16. Januar 2019

Da das DFO South Wharf Outlet erst um 10:00 Uhr öffnete, konnten wir in aller Ruh den Bericht des gestrigen Tages fertig schreiben sowie die Fotos sortieren und auf die externe Harddisk kopieren. Wir begaben uns zu Fuss zum Shoppingcenter, welches südlich des Yarra Rivers und ca. 15 Gehminuten von unserem Apartment entfernt liegt. Es war auf jeden Fall einen Besuch wert. Das Outlet verfügt über 180 verschiedene Shops, von den bekannten Markenkleidern wie «The North Face», «Asics» oder «Nike» bis zu den einheimischen Marken, wie T2. Dies ist ein sehr interessanter Tee-Shop, welcher vor über 22 Jahren hier in Melbourne seinen ersten Laden eröffnete. Mittlerweile sind seine Teesorten im ganzen Land beliebt. Leider gab es nur beschränkte Verpflegungsmöglichkeiten auf der unteren Verkaufsebene, so teilten wir uns eine mit viel Käse überbackenen Pizza Margaritha. Gestärkt machten wir uns nochmals auf, um die letzten Shops aufzusuchen. Wir wurden fündig und konnten einige tolle Schnäppchen einkaufen. Aufgrund des Wochentags und des aktuell stattfindenden Australian Open hatte es wenige Leute in diesem Outlet. Wir kamen deshalb sehr gut voran und so kehrten wir gegen 16:00 Uhr zu unserem Hotelzimmer zurück. In der Zwischenzeit hatte Roger Federer die ersten beiden Sätze bereits gewonnen. Wir schauten den Rest des Tennismatches in unserem Hotelzimmer, bevor wir Ausschau hielten nach einem geeigneten Restaurant. Wir hatten Lust auf Pasta, so suchten wir das im Zentrum liegende Restaurant «Vapiano» auf. Beim Eingang begrüsste uns eine freundliche Dame und bot uns ein Stück Pizza an. Nebenbei erhielten wir einen Gratis Gutschein für ein köstliches Dessert. Aufgrund dessen zögerten wir nicht lange mit unserer Entscheidung und suchten dieses Restaurant auf. Wir bestellten einen grossen Teller Tagliatelle alla carbonara. Sämtliche Speisen werden im Vapiano nach der Bestellung vor den Augen der Kunden zubereitet. Zum Dessert gab es eine Tiramisu und eine TimTam Creme. Mit vollen Bäuchen spazierten wir zur AO Public Arena, wo wir ein Teil des live übertragenen Spiels von Rafael Nadal schauten. Das Public Viewing direkt am Eingang zu den Stadien ist sehr schön eingerichtet. Als es bereits relativ kühl war, kehrten wir via Finderswalk zurück zu unserem Apartment. Wir waren müde von diesem anstrengenden Einkaufstag, weshalb wir bei Zeiten zu Bett gingen.


17. Januar 2019

Für den heutigen Tag stellten wir uns eine eigene Sightseeing-Route zusammen. Als erstes ging es durch den ältesten Park Melbournes, den Flagstaff Gardens bis zum Queen Victoria Market. Dieser Markt zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten hier in Melbourne. Mit rund sieben Hektar ist er einer der grössten Freiluftmärkte der südlichen Hemisphäre und repräsentiert einen Teil von Melbournes Kultur und Geschichte. Wir machten einen kurzen Abstecher ins nahegelegene Einkaufszentrum Melbourne Central. Speziell hier ist, dass sich im Innern eine alte Fabrik von 1888 befindet. Als 1991 das Shoppingcenter errichtet wurde, hat man eine riesige Glaskuppel über den 50 Meter hohen Schornstein gebaut und so in das neue Einkaufszentrum integriert. In einer etwas versteckten Gasse befindet sich ein sehr herziges Café. Es ist das erste Katzen-Café Australiens. Als grosse Katzenliebhaber kehrten wir ein. Für 12 Dollar konnte man für eine Stunde mit den Katzen spielen oder sie einfach etwas streicheln. Auch wenn sie momentan etwas schläfrig waren, war es eine sehr beruhigende Atmosphäre und es machte uns sehr viel Freude mit den niedlichen Katzen. So verging die Stunde sehr schnell und wir mussten uns von den Katzen bereits wieder verabschieden. Den nächsten Zwischenstopp hatten wir anhand eines Flyers entdeckt. Etwas versteckt im ersten Stock eines Fotoladens befindet sich ein kleines Kamera Museum, welches man kostenlos besuchen kann. «Michaels» heisst dieser Laden, der bereits seit 1918 existiert und verfügt deshalb auch über unzählige Raritäten alter Fotokameras. Dieser Ort ist für jeden Fotografie-Interessierten ein Muss. Unsere Sightseeing Tour führte weiter an der Staatsbibliothek vorbei zu einem alten Gefängnis. Das «Old Melbourne Goal» war Schauplatz von 135 Hinrichtungen und beherbergte manche der berüchtigtsten Verbrecher Victorias. Nun ist es ein Museum und zeigt Einblicke in das Gefängnisleben des 19. Jahrhunderts. Der stolze Preis von 28 Dollar pro Person schreckte uns aber vor einem Besuch ab. So führte unser Weg weiter zum Carlton Garden und dem dahinterliegenden Royal Exhibition Building sowie dem Melbourne Museum. Auch diese Museen liessen wir aus und liefen weiter Richtung Fitzroy Garden. Unterwegs dorthin fing es plötzlich an zu regnen, so suchten wir Schutz und besuchten die St Patrick’s Kathedrale. Die 1850 erbaute Kirche zählt zu den grössten Gedenkstätten Australiens und kam uns gerade richtig gelegen. Der Platzregen hörte erfreulicherweise nach wenigen Minuten bereits wieder auf. So durchquerten wir den Park «Fitzroy Gardens» und erreichten das Gelände der Australien Opens. Dort hatten sie wegen des Regens die Spiele unterbrochen. Die fleissigen Balljungen trockneten in Reih und Glied die Plätze mit einem Badetuch. So konnte der Spielbetrieb bald wieder aufgenommen werden. Noch einfacher geht’s in den grossen Stadien, welche verschliessbare Dächer haben. In der Rod Laver Arena spielte Stan Wawrinka mit dem Ziel in die 3. Runde zu kommen. Unser nächstes Ziel hingegen führte uns zum 297 Meter hohen Eureka Tower. Im 88. Stock befindet sich das Skydeck, von welchem man eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt hat. Hier konnte man auch gut die Grösse des Tennisgelände erkennen. Da hier auf den Bildschirmen ebenfalls der Tennismatch von Wawrinka läuft, bekamen wir mit, dass sich der Kampf für Wawrinka nach etwas mehr als vier Stunden nicht ausbezahlt hatte. Er schied nach sagenhaften vier Tiebreaks aus dem Turnier aus. Fieberhaft warteten wir auf die Auslosung des Tennismatches von morgen Nachmittag in der Rod Laver Arena. Denn wir hatten uns Tickets für die Day-Session gekauft, mit der Hoffnung ein Spiel unseres Tennisstars zu sehen. Wir prüften beinahe im Zehnminutentakt die Webseite und ….. Bingo! Wir hatten grosses Glück! Das Spiel gegen den Amerikaner Taylor Fritz wird auf 13 Uhr angesetzt. Das versüsste unseren Tag noch etwas mehr. Unsere letzte Station der Sightseeing-Tour war das Docklands Distrikt. Hier befindet sich ein weiteres Einkaufszentrum und das bekannte Riesenrad «Melbourne Star Observation Wheel». Der sagenhafte Preis von 35 Dollar pro Person war uns für diese 30-Minütige Fahrt auf einem Riesenrad am Stadtende dennoch etwas zu teuer. Da es auch bereits spät war und die Läden bereits geschlossen hatten, entschlossen wir uns für das Abendessen wieder ins Stadtzentrum zu fahren. In einer Seitenstrasse, entdeckten wir ein sehr gutes Restaurant. So konnten wir gesättigt in unser Apartment zurückkehren, um unseren morgigen Tennistag zu planen. Erwartungsvoll schauen wir dem Tennismatch entgegen. Mal schauen, wie sich Roger Federer in der Mittagshitze in Melbourne schlagen wird.a


18. Januar 2019

Zum Abschluss unserer sechs wöchigen Rundreise, kauften wir uns Tickets für das Australian Open. Wir haben ein «Day-Session» Ticket für die Rod Laver Arena, in welcher die Hauptspiele ausgetragen werden, unter anderem auch jenes von Roger Federer. Es war das erste Mal, dass wir bei einem Tennisspiel der Schweizer Tennislegende live mit dabei waren. Bevor wir in den Genuss dieses Spiels kamen, fand um 11 Uhr ein 3. Rundenspiel der Frauen statt. Die Australierin Ashleigh Barty (WTA 15) spielte gegen Maria Sakkari. Da wir vor dem Match von Federer noch etwas essen wollten, schauten wir allerdings nur den ersten Satz dieser Partie. Ausserhalb des Stadions fand man neben den zahlreichen Fanshops auch diverse Verpflegungsstände. Die weltbekannte Marke Barilla mit ihren Teigwaren und dem Markenbotschafter Roger Federer hatte hier ebenfalls einen Stand und bot sehr feine Spaghetti und Salate an. Auf diese hatten wir grosse Lust. Leider aber lief etwas mit unserer Bestellung schief, so warteten wir über eine halbe Stunde auf unser Essen. Langsam lief uns die Zeit davon und wir hatten es plötzlich sehr eilig, denn um 13:00 Uhr lief unser Tennisstar Roger Federer auf den Platz. Wir teilten uns den Teller Spaghetti und erhielten das Geld für den fehlenden Salat zurück. Wir kamen gerade rechtzeitig zurück ins Stadion. Das Spiel begann und was wir zu sehen bekamen, war zweifellos die beste Leistung des bisherigen Turniers, die Roger Federer gegen Taylor Fritz ablieferte. Ihm gelang schlicht alles – das erwartete Generationenduell gegen den aufstrebenden Amerikaner verkam zu einer Machtdemonstration des Schweizers. Nach nur 1:28 Stunden stand Federers Einzug in den Achtelfinal fest. Trotz dieses einseitigen Matches war es für uns ein unvergessliches Erlebnis, diesen grossen Sportler hautnah spielen zu sehen. Wir nutzten die Pause bis zum nächsten Frauenspiel um auf dem grossen Gelände der Australian Open herumzulaufen. Wir entdeckten die Trainingshalle, in welcher sich bereits Nadal für das Abendspiel aufwärmte, aber auch Djokovic liess sich für eine kleine Trainingseinheit blicken. Wir fanden es grandios, dass man hier so nah zuschauen konnte. Nun mussten wir aber wieder zurück in die Rod Laver Arena, denn dort startete gerade das dritte Spiel des heutigen Tages. Es ist das Highlight-Spiel der Frauen, welches wir uns dank unserem Ticket für drei Tennisspiele für lediglich je 70 CHF nicht entgehen lassen wollten. Die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin Maria Sharapova begegnete der früheren Weltranglistenerste Caroline Wozniacki. Die 31 Jahre alte Russin setzte sich in der dritten Runde gegen die Titelverteidigerin aus Dänemark nach 2:24 Stunden durch und zog zum ersten Mal nach ihrer Dopingsperre ins Achtelfinale der Austalian Open ein. Mit unserem Ticket konnten wir auch andere kleinere Stadien besuchen. So wechselten wir zur Melbourne Arena. Perfektes Timing, denn hier lief gerade Belinda Bencic auf dem Platz. Leider war ihre Gegnerin Petra Kvitova (WTA 16) eine Nummer zu gross für Benicic. Sie verlor gegen die Tschechin mit 1:6 und 4:6. Erstaunlich, wie gross hier die Unterschiede der berühmten Weltstars und den «noch» wenig bekannteren Spielern sind. Währendem die Spieler in der Rod Laver Arena vor rund 15'000 Zuschauer spielen, umfassen die kleineren Stadien knapp 3'000. Hier ein Ticket zu kaufen war die richtige Entscheidung, denn was man für das geboten bekommt, ist jedem Sportbegeisterten wärmstens zu empfehlen. Es war nun aber bereits spät und da wir nochmals auf den Eureka Tower wollten, verliessen wir das Tennisgelände. Wir kamen zum richtigen Zeitpunkt für den Sonnenuntergang. Hoch über den Dächern von Melbourne genossen wir das spektakuläre Abendrot. Einfach fantastisch! Es war der perfekte Abschluss unserer langen Australienreise.